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Seminar/Fortbildung

Meine Stimme zählt – Frauen. Macht. Politik.

Viele Frauen engagieren sich im Alltag – in Familien, Nachbarschaften oder sozialen Initiativen. Doch wenn es darum geht, öffentlich zu sprechen oder sich in politische Diskussionen einzubringen, fühlen sich viele unsicher.

Die Seminarreihe „Meine Stimme zählt – Frauen. Macht. Politik.“ lädt Frauen dazu ein, ihre Stimme zu stärken, Politik besser zu verstehen und zu lernen, ihre Anliegen selbstbewusst zu vertreten.

In einer kleinen Gruppe beschäftigen wir uns mit Fragen wie:

* Wie funktionieren politische Entscheidungen eigentlich?
* Wie kann ich meine Meinung klar und überzeugend äußern?
* Wie kann ich mich in Diskussionen behaupten?
* Welche Möglichkeiten habe ich, mich politisch einzubringen?

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Viele Jahre lang war ich aktiv und engagiert – in sozialen Initiativen, in der Jugendarbeit, in der Kirche und in der soziokulturellen Arbeit.Ich habe mich viel in selbstorganisierten Strukturen bewegt und kenne gleichzeitig aus meinem früheren beruflichen Umfeld politische Entscheidungsstrukturen sehr gut.

Und über all die Jahre habe ich immer wieder erlebt:Frauen engagieren sich unglaublich viel.Aber vielen fällt es schwer, ihre Stimme öffentlich zu erheben, sichtbar zu werden oder den Schritt in politische Beteiligung zu gehen.

Nicht weil sie nichts zu sagen hätten.Sondern oft wegen Unsicherheit, fehlender Ermutigung oder weil politische Strukturen kompliziert und abschreckend wirken können.

Aus diesen Erfahrungen heraus habe ich die Seminarreihe„Meine Stimme zählt – Frauen. Macht. Politik.“ entwickelt.

Die Reihe richtet sich an Frauen, die:

ihre Stimme stärken möchten

Politik besser verstehen wollen

lernen möchten, ihre Anliegen klar zu vertreten

sich gesellschaftlich oder politisch stärker einbringen möchten

In einer kleinen Gruppe beschäftigen wir uns unter anderem mit Fragen wie:

Wie funktionieren politische Entscheidungen eigentlich?

Wie kann ich meine Meinung klar und überzeugend äußern?

Wie kann ich mich in Diskussionen behaupten?

Welche Möglichkeiten habe ich, mich politisch einzubringen?

Die Treffen verbinden Austausch, praktische Übungen und Informationen über politische Strukturen – in einem geschützten und ermutigenden Rahmen.

Ein besonderer Höhepunkt wird eine gemeinsame Exkursion in die Bremische Bürgerschaft mit Gespräch und Diskussion mit Abgeordneten sein.

Die Treffen verbinden Austausch, praktische Übungen und Informationen über politische Strukturen. In einem geschützten Rahmen können die Teilnehmerinnen ausprobieren, diskutieren und voneinander lernen.

Besonderer Höhepunkt der Seminarreihe:
Eine gemeinsame Exkursion in die Bremische Bürgerschaft mit Führung durch das Parlamentsgebäude und einer Diskussion mit Abgeordneten.

Umfang der Seminarreihe
5 Termine à 2 Stunden
plus Abschlussveranstaltung in der Bremischen Bürgerschaft


Für wen?
Frauen ab 16 Jahren – mit oder ohne politische Vorerfahrung.
Alle sind willkommen, die ihre Stimme stärken und Politik besser verstehen möchten.

Projektleitung
Anja Stahmann


Diese Fortbildung ist ein Projekt von Anja Stahmann. Ihr Leben lang hat sie sich in selbstorganisierten Strukturen, in der Jugendbildung und in der Politik engagiert. „Und über all die Jahre habe ich immer wieder erlebt: Frauen engagieren sich unglaublich viel. Doch vielen fällt es schwer, ihre Stimme öffentlich zu erheben, sichtbar zu werden oder den Schritt in die politische Beteiligung zu gehen.“

Die Fortbildungsreihe richtet sich an Frauen, die ihre Stimme stärken und selbstbewusster einsetzen möchten. Sie vermittelt Wissen und Orientierung, um politische Zusammenhänge besser zu verstehen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu erkennen. Gleichzeitig ermutigt sie dazu, sich gesellschaftlich und politisch einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Perspektive sichtbar zu machen.


Tagung

Ohne Lehrkräfte keine Pflege

Die Gewinnung von Pflegelehrkräften ist für die ibs-Stiftung mehr als nur eine Frage der Personalgewinnung an ihren eigenen Pflegeschulen. Die ibs-Stiftung sieht vielmehr die mit den Antworten auf die offene Frage der Lehrkräftegewinnung verbundene strategische Zukunftsaufgabe der Pflegebildung insgesamt.

Der Mangel an Pflegelehrkräften in Deutschland betrifft gleichermaßen die Pflegeschulen, die Träger der praktischen Ausbildung und die entsprechenden Lernorte an Universitäten und Hochschulen. Die Tagung will informieren und bei allen Beteiligten ein Bewusstsein für die bildungs- und sozialpolitischen Herausforderungen wecken. Sie will Lösungswege aufzeigen und damit einen Beitrag zur Sicherung der gesundheitlichen und sozialen Infrastruktur leisten.

Es ist das Ziel der Tagung, Zusammenhänge sichtbar zu machen und einen Raum zu schaffen, in dem Politik, Wissenschaft, Praxis und Bildung gemeinsam darüber beraten, wie Pflegebildung mittel- und langfristig gesichert und gestärkt werden kann.

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    1. Ausgangslage und Anlass

    Die ibs-Stiftung lädt für den 19. November 2026 ins Haus der Wissenschaft Bremen ein. Die Tagung „Ohne Lehrkräfte keine Pflegeausbildung“ bietet die Chance, gemeinsame Entwicklungen anzustoßen und ist somit für die Pflegebildung in Bremen und bundesweit von hoher strategischer Bedeutung ist: Mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in der Pflege, zugleich wächst der Bedarf an qualifizierten Pflegefachkräften weiter. Parallel dazu fehlen jedoch ausreichend qualifizierte Pflegepädagoginnen, Pflegepädagogen und Lehrkräfte.

    Diese Situation ist paradox und zugleich hoch problematisch. Einerseits steigt die Zahl der Auszubildenden und damit die Chance, dem Fachkräftemangel in der Pflege wirksam zu begegnen. Andererseits kann dieser positive Trend nur genutzt werden, wenn die Ausbildungskapazitäten gesichert und ausgebaut werden. Genau hier wird der Lehrkräftemangel zu einer strukturellen Gefahr: Wenn Pflegeschulen nicht genügend Lehrkräfte gewinnen, können Ausbildungsplätze nicht in dem Umfang angeboten oder qualitativ abgesichert werden, wie es für die künftige Versorgung  in Deutschland erforderlich ist.

    Der Mangel an Pflegelehrkräften begrenzt bereits heute Ausbildungskapazitäten, belastet vorhandene Kollegien und erschwert die Weiterentwicklung einer modernen, kompetenzorientierten Pflegeausbildung, sowohl an den Pflegeschulen wie auch bei den Trägern der praktischen Ausbildung.

    Die Tagung stellt in dieser herausfordernden Situation folgende Fragen: Wie kann es gelingen, die Anzahl der Studierenden der Pflegepädagogik zu erhöhen? Wie können mehr Interessenten für den wertvollen Beruf der Pflegelehrkraft gewonnen werden? Wie kann die Attraktivität der Studiengänge erhöht werden? Wie können Zugangswege zum Beruf erleichtert werden und welche Programme sind hilfreich? Wie kann der Gesetzgeber, wie kann die Politik die Rahmenbedingungen unterstützen?

    Daraus leitet sich für alle Lernorte der Theorie und Praxis die zentrale strategische Frage ab:

    Wie werden die Lernorte der Pflegeausbildung zu einem attraktiven Ort für Menschen, die Pflege lehren wollen?

     

    Ausbildungswachstum trifft auf Lehrkräfteengpass

    Die Pflegeausbildung befindet sich in einer widersprüchlichen Situation.

    Einerseits steigen die Ausbildungszahlen. Das Statistische Bundesamt meldete für 2025 rund 64.300 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Insgesamt befanden sich Ende 2025 rund 158.000 Personen in der Pflegeausbildung.

    Damit wurde seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung ein neuer Höchststand erreicht.

    Andererseits wächst der Druck auf die Pflegeschulen. Mehr Auszubildende bedeuten nur dann einen Beitrag zur Fachkräftesicherung, wenn ausreichend qualifizierte Lehrkräfte vorhanden sind, Ausbildungskapazitäten stabil geplant werden können und die Qualität des Unterrichts gesichert bleibt.

    Der Lehrkräftemangel kann deshalb zum Flaschenhals der Pflegeausbildung werden. Er begrenzt Kurse, belastet bestehende Kollegien, erschwert Schulentwicklung und gefährdet die Umsetzung einer kompetenzorientierten generalistischen Ausbildung.

    Daraus folgt: Lehrkräftegewinnung muss früher ansetzen als bei der Stellenausschreibung. Sie muss potenzielle Lehrkräfte identifizieren, informieren, begleiten und langfristig für die Pflegebildung gewinnen.


    Bretschneider&Stahmann verfügen über ein breites Netz an Kontakten und Erfahrungen, die wir in diesem Auftrag einbringen können. Wir wissen wie Tagungen funktionieren, wir können attraktive Referenten:innen relativ schnell gewinnen und können ein interessantes Programm mit den Auftraggebern konzipieren. In diesem Fall wird die gesamte Tagung von uns organisiert und gemanagt. 



    Projekt im Kosovo

    Wohn- und Qualifizierungsprojekt im Kosovo

    Im Kosovo planen wir den Aufbau eines Wohn- und Qualifizierungsprojekts für Menschen mit geistiger Behinderung. Ziel ist es, inklusive und sozialraumorientierte Lebens- und Unterstützungsangebote zu schaffen, die den betroffenen Menschen ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben ermöglichen.

    Das Vorhaben wird durch den in Deutschland gegründeten Verein „Menschen ohne Grenzen (e.V.) initiiert und in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerinnen und Partnern im Kosovo umgesetzt. Eine zentrale Rolle spielt dabei Shpresa Peroli Hulaj die ihre wichtigen Erfahrungen und ihre Persönlichkeit in dieses Projekt einbringt.

    Das konzeptionelle Fundament ist bereits ausgearbeitet. Im nächsten Schritt geht es darum, tragfähige Strukturen für Finanzierung, Qualifizierung von Fachkräften und die konkrete Umsetzung vor Ort aufzubauen. Dabei steht die nachhaltige Sicherung des Betriebs – einschließlich Personal- und Folgekosten – von Beginn an im Mittelpunkt.

    Das Projekt versteht sich als langfristiger Entwicklungsprozess, der gemeinsam mit lokalen Netzwerken gestaltet wird und internationale Erfahrungen mit den spezifischen Bedingungen im Kosovo verbindet.

    Konzept Kosovo

    Gründung und strategische Ausrichtung

    Im Jahr 2026 gründen wir den Verein „Menschen ohne Grenzen e.V.“ mit dem Ziel, in Deutschland und im europäischen Kontext gezielt Finanzierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu erschließen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau innovativer und inklusiver Wohn- und Lebensangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen und ihre Familien im Kosovo.

    Der Verein übernimmt dabei zunächst eine initiierende und koordinierende Rolle von Deutschland aus. In enger Abstimmung mit Behörden, Organisationen und lokalen Partnern im Kosovo werden tragfähige Finanzierungsmodelle entwickelt und strukturelle Voraussetzungen geschaffen.

    Ein zentraler Grundsatz des Vorhabens ist die langfristige Sicherung der Finanzierung: Bereits vor dem Aufbau infrastruktureller Angebote müssen die nachhaltige Refinanzierung sowie der dauerhafte Betrieb – einschließlich Personal- und Unterhaltskosten – verlässlich geklärt sein. Entsprechend führen wir von Beginn an gezielte Gespräche mit relevanten Akteuren auf nationaler und internationaler Ebene.

    Aktuell planen wir, innerhalb eines Zeitraums von fünf bis zehn Jahren in drei Städten – Pristina, Prizren und Mitrovica – konkrete Angebote aufzubauen. Parallel dazu arbeiten wir intensiv am Aufbau eines belastbaren Netzwerks im Kosovo, um lokale Strukturen zu stärken, Kooperationen zu festigen und mögliche Widerstände frühzeitig zu adressieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung nachhaltiger Finanzierungsstrukturen.

    Das zugrunde liegende Konzept wird fortlaufend weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der Menschen sowie an die jeweiligen örtlichen und baulichen Gegebenheiten angepasst. Ziel ist ein flexibles, lernendes System, das sich kontinuierlich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen kann.

     

    Ausgangslage und Motivation

    In vier intensiven Reisen in den Kosovo wurde ein differenziertes Bild der sozialen und infrastrukturellen Situation gewonnen. Gespräche mit:

    • Eltern und Angehörigen (Fokusgruppen)
    • lokalen Organisationen (z. B. Down-Syndrom Kosovo)
    • internationalen Akteuren (Botschaft, GIZ)
    • Behörden und Stadtverwaltungen

    zeigen deutlich:

    Es besteht ein massiver Mangel an strukturierten, bedarfsgerechten und angemessenen Unterstützungsangeboten für Menschen mit Behinderungen.
    Gleichzeitig fehlt es an qualifizierten Fachkräften.

    Das Gesamtprojekt verbindet deshalb zwei Ziele:

    • Aufbau nachhaltiger Ausbildungs- und Qualifizierungsstrukturen
    • Verbesserung der Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen

    Gesellschaftlicher Kontext

    Die Gesellschaft im Kosovo ist stark durch ein familienzentriertes System geprägt. Dieses System gerät durch die starke Emigration von Bevölkerungsgruppen die Arbeitsplätze in Mitteleuropa suchen zusehend in Gefahr. Alte Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen werden immer weniger versorgt und geraten in prekäre Lebenssituationen.

    • Versorgung erfolgt überwiegend innerhalb der Familie
    • Probleme bleiben oft im privaten Raum
    • Professionelle Unterstützungsstrukturen sind kaum etabliert

    Menschen mit Behinderungen sind häufig unsichtbar und unterversorgt

    Zielsetzung des Projekts

    Das Projekt verfolgt einen systemischen Ansatz:

    1. Qualifizierung von Fachkräften
    2. Aufbau inklusiver Wohnangebote
    3. Entwicklung von Tagesstruktur- und Arbeitsmöglichkeiten
    4. Etablierung therapeutischer Versorgung
    5. Stärkung lokaler Netzwerke

    Inklusion sichtbar machen – Strukturen schaffen – Zukunft ermöglichen

    Raum- und Architekturkonzept

    Das Raum- und Architekturkonzept der geplanten Wohneinrichtungen folgt einem ganzheitlichen Ansatz, der funktionale Anforderungen mit pädagogischen und sozialen Zielsetzungen verbindet. Die bauliche Gestaltung wird dabei nicht als neutraler Rahmen verstanden, sondern als aktiver Bestandteil des Unterstützungssystems.

    Architektur übernimmt in diesem Kontext eine zentrale Rolle: Sie strukturiert den Alltag, beeinflusst soziale Interaktionen und schafft Voraussetzungen für Selbstständigkeit, Teilhabe und persönliche Entwicklung. Ziel ist es, Räume zu schaffen, die Orientierung geben, Sicherheit vermitteln und gleichzeitig individuelle Freiheit ermöglichen.

    Private Lebensbereiche

    Ein zentrales Element des Raumkonzepts ist die konsequente Schaffung privater Rückzugsräume für jede Bewohnerin und jeden Bewohner.

    Jede Person verfügt über ein eigenes Einzelzimmer, das als persönlicher Lebensraum gestaltet ist und individuell eingerichtet werden kann. Dieser Raum dient nicht nur dem Rückzug, sondern auch der Entwicklung einer eigenen Identität und Lebensgestaltung.

    Ergänzend dazu ist vorgesehen, einen Teil der Wohnplätze als kleine Appartements auszugestalten. Diese verfügen über ein eigenes Badezimmer sowie eine integrierte Küchenzeile. Damit wird ein höherer Grad an Selbstständigkeit ermöglicht und gleichzeitig eine Perspektive für weiterführende Wohnformen geschaffen.

    Die klare Trennung zwischen privaten und gemeinschaftlichen Bereichen unterstützt die Entwicklung eines selbstbestimmten Lebensstils und trägt dazu bei, Überforderung sowie institutionelle Abhängigkeit zu vermeiden.

    Privatsphäre ist nicht nur ein räumliches Element, sondern eine grundlegende Voraussetzung für Selbstbestimmung und persönliche Entwicklung.

    Gemeinschaftliche Lebensräume

    Neben den privaten Rückzugsorten kommt den gemeinschaftlichen Bereichen eine ebenso zentrale Bedeutung zu. Sie bilden den sozialen Mittelpunkt der Einrichtungen und ermöglichen Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben.

    Im Zentrum steht eine großzügig gestaltete Gemeinschaftsküche, die bewusst als sozialer Treffpunkt konzipiert ist. Hier finden alltägliche Aktivitäten wie Kochen, Essen und Gespräche statt – zentrale Elemente eines gelebten gemeinschaftlichen Alltags.

    Ergänzt wird dieser Bereich durch Wohn- und Aufenthaltsräume, die flexibel nutzbar sind und sowohl ruhige Rückzugsmöglichkeiten als auch lebendige Begegnungssituationen ermöglichen. Offene und variabel gestaltbare Flächen fördern spontane Interaktionen und bieten Raum für gemeinschaftliche Aktivitäten.

    Die Gestaltung dieser Räume folgt dem Prinzip der Offenheit und Niedrigschwelligkeit. Sie sollen einladen, genutzt zu werden, ohne zu überfordern oder zu strukturieren. Die Gemeinschaftsräume werden aus der Gruppeheraus eingerichtet.

    Gemeinschaftliche Räume schaffen soziale Nähe, fördern Kommunikationsprozesse und ermöglichen informelles Lernen im Alltag. Sie sind der Ort, an dem Gemeinschaft entsteht und gelebt wird.

    Funktions- und Integrationsräume

    Ergänzend zu den Wohn- und Gemeinschaftsbereichen werden gezielt Funktionsräume integriert, die eine professionelle und zugleich alltagsnahe Unterstützung ermöglichen.

    Hierzu gehören:

    • Büroräume für Fachpersonal
    • Räume für Beratung, Gespräche und Reflexion
    • Abstell- und Funktionsräume für Wäschereinigung, Lebensmittelagerung, allgemeine Hilfsmittel sowie Räume für Rollstühle und sonstigeandere Hilfsmittel

    Darüber hinaus werden innerhalb der Einrichtung Bereiche vorgesehen, die für Tagesstrukturangebote, therapeutische Maßnahmen und weitere Unterstützungsleistungen genutzt werden können.

    Ein wesentliches Ziel ist dabei die räumliche Integration aller Angebote. Unterstützungsleistungen sollen nicht in separaten, externen Strukturen stattfinden, sondern in direkter Verbindung zum Lebensalltag der Bewohner:innen.

    Dies ermöglicht kurze Wege, reduziert organisatorische Brüche und stärkt die Kontinuität der Unterstützung.

    Die räumliche Gestaltung unterstützt ein integriertes Versorgungssystem, in dem Wohnen, Arbeit, Therapie und soziale Interaktion nicht voneinander getrennt, sondern miteinander verbunden sind.

    Gesamtwirkung des Raumkonzepts

    In der Gesamtschau entsteht ein Raumgefüge, das drei zentrale Funktionen erfüllt:

    • Orientierung und Sicherheit durch klare Strukturen
    • Selbstständigkeit und Rückzug durch private Bereiche
    • Gemeinschaft und Teilhabe durch offene Begegnungsräume

    Die Architektur trägt damit aktiv dazu bei, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen mit Behinderungen nicht nur versorgt werden, sondern ihr Leben eigenständig gestalten können.

    Räume prägen Verhalten. Gute Räume ermöglichen Entwicklung.

    Der Bereich Tagesstruktur und Arbeit

    Neben dem Aufbau inklusiver Wohnangebote stellt die Entwicklung von Tagesstruktur- und Arbeitsmöglichkeiten ein zentrales Element des Gesamtprojekts dar. Sie bildet die Grundlage für aktive Teilhabe, persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen.

    Im Kosovo fehlen bislang weitgehend strukturierte Angebote, die über eine reine Betreuung hinausgehen und gezielt auf Aktivierung, Förderung und Teilhabe ausgerichtet sind. Viele Menschen mit Behinderungen verbringen ihren Alltag ohne klare Struktur, ohne soziale Einbindung und ohne Zugang zu sinnstiftender Beschäftigung.

    Das Projekt entwickelt daher Angebote, die den Alltag strukturieren, Kompetenzen fördern und Perspektiven für Teilhabe am Arbeitsleben eröffnen.

    Zielsetzung

    Ziel ist der Aufbau eines inklusiven, aktivierenden und arbeitsorientierten Tagesstrukturangebots, das:

    • individuelle Fähigkeiten erkennt und fördert
    • soziale Teilhabe ermöglicht
    • Selbstwirksamkeit stärkt
    • Übergänge in Beschäftigung und Arbeit unterstützt
    • den Alltag sinnvoll strukturiert

    Von Betreuung hin zu aktiver Teilhabe

    Struktur der Angebote

    Zielgruppen

    • Bewohner:innen der Einrichtungen
    • externe Klient:innen aus dem Sozialraum
    • perspektivisch auch ältere Menschen

    Ziel ist ein offenes, inklusives System

    Raumkonzept

    Die räumliche Gestaltung der Tagesstruktur- und Arbeitsbereiche folgt einem funktionalen und zugleich pädagogischen Ansatz. Räume werden nicht nur als Orte der Nutzung verstanden, sondern als aktive Elemente zur Förderung von Teilhabe, Struktur und Entwicklung.

    1. Multifunktionale Arbeits- und Aktivitätsräume
    • flexibel nutzbare Räume für unterschiedliche Tätigkeiten
    • Anpassung an verschiedene Fähigkeitsniveaus
    • Nutzung für:
      • handwerkliche Tätigkeiten
      • kreative Angebote
      • Gruppenaktivitäten

    Flexibilität statt starrer Nutzung

    1. Werkstatt- und Trainingsbereiche
    • einfache, überschaubare Arbeitsplätze
    • strukturierte Arbeitsumgebungen
    • klare Abläufe und Orientierung

    Erfahrungen mit Arbeit ermöglichen – ohne Überforderung

    1. Begegnungs- und Aufenthaltsbereiche
    • offene Kommunikationsräume
    • Rückzugs- und Begegnungszonen
    • soziale Interaktionsflächen

    Gemeinschaft und Austausch fördern

    Übergangsräume zwischen Arbeit und Alltag

    • fließende Übergänge zwischen:
      • Wohnen
      • Tagesstruktur und Arbeit
      • Therapie

    Keine Trennung von Lebensbereichen – sondern Integration

    Arbeitsorientierung

    1. Eigene Arbeitsbereiche
    • erste arbeitsnahe Tätigkeiten im geschützten Rahmen
    1. Praktika und Erprobung
    • schrittweise Annäherung an Arbeit
    1. Kooperationen
    • Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen

    Brücke in den Arbeitsmarkt

    Rolle der Fachkräfte

    Fachkräfte begleiten, strukturieren und ermöglichen:

    • Entwicklung erkennen
    • Übergänge gestalten
    • Beziehungen aufbauen

    Brückenbauer:innen zwischen Leben und Arbeit

    Wirkung

    • mehr Selbstständigkeit
    • soziale Integration
    • wirtschaftliche Teilhabe
    • neue gesellschaftliche Perspektiven

    Strategische Einordnung

    Die Tagesstruktur ist das verbindende Element:

    zwischen Wohnen und Gesellschaft zwischen Unterstützung und Selbstständigkeit

    Teilhabe entsteht nicht durch Angebote. Sie entsteht durch Räume, in denen Menschen wirksam sein können

    Der Bereich Therapie & ambulante Angebote

    Die therapeutischen und ambulanten Angebote bilden das dritte zentrale Standbein des Gesamtprojekts und übernehmen eine verbindende Funktion zwischen Wohnen, Tagesstruktur, Arbeit und familiären Lebenswelten. Sie tragen wesentlich zur Stabilisierung individueller Entwicklungsprozesse bei und schaffen die fachliche Grundlage für nachhaltige Teilhabe.

    Im Kosovo besteht derzeit ein deutlicher Mangel an integrierten, kontinuierlich verfügbaren und differenzierten Therapieangeboten. Bestehende Strukturen sind häufig punktuell, medizinisch ausgerichtet und wenig mit dem Alltag der Menschen verzahnt. Insbesondere für komplexe Unterstützungsbedarfe fehlen geeignete Settings und Möglichkeiten, geeignete Umgebungen für therapeutische zu schaffen.

    Das Projekt verfolgt daher einen Ansatz, in dem Therapie nicht isoliert stattfindet, sondern als räumlich und inhaltlich integrierter Bestandteil des Lebensalltags in der Institution oder der Familie verstanden wird.

    Ziel ist der Aufbau eines multiprofessionellen, integrierten und sozialraumorientierten Therapiesystems, das:

    • individuelle Entwicklung fördert
    • speziell auf die Bedürfnissen von Menschen mit Beeinträchtigungen geschult
    • Stabilität im Alltag schafft
    • Krisen frühzeitig erkennt und reduziert
    • Familien einbindet und entlastet
    • langfristig zur Professionalisierung des Systems beiträgt

    Therapie ist wesentlicher Teil der individuellen Entwicklung.

    Struktur der therapeutischen Angebote

    Die therapeutischen Leistungen werden auf drei Ebenen organisiert:

    1. Interne therapeutische Begleitung
    • kontinuierlich im Alltag verankert
    • enge Verzahnung mit Wohnen und Arbeit
    1. Öffnung in den Sozialraum
    • Angebote für externe Nutzer:innen
    • niedrigschwelliger Zugang
    1. Ambulante / aufsuchende Leistungen
    • Unterstützung im häuslichen Umfeld
    • Familienberatung und Krisenbegleitung

    Raumkonzept der therapeutischen Angebote

    Die räumliche Gestaltung ist ein entscheidender Bestandteil der therapeutischen Wirksamkeit. Räume strukturieren Wahrnehmung, Verhalten und Interaktion – und sind damit aktiver Teil des pädagogisch-therapeutischen Ansatzes.

    Ziel ist ein Raumkonzept, das:

    • Sicherheit und Orientierung bietet
    • Überforderung reduziert
    • Entwicklung ermöglicht
    • gleichzeitig Offenheit und Teilhabe unterstützt
    • inklusive auch von anderen Gruppen genutzt werden kann

    Differenzierte Therapieräume

    Die therapeutischen Bereiche werden bewusst nach unterschiedlichen Bedarfen differenziert gestaltet.

    Ruhige, reizreduzierte Räume

    • klare Struktur
    • reduzierte visuelle und akustische Reize
    • insbesondere für:
      • Autismus
      • Reizüberflutung
      • Rückzugssituationen

    Stabilisierung und Regulation

    Aktivierende Therapieräume

    • bewegungsorientierte Gestaltung
    • Ausstattung für:
      • Physiotherapie
      • Ergotherapie
    • offene, nutzbare Flächen

    Förderung von Bewegung und Handlungskompetenz

    Alltagsnahe Trainingsräume

    • z. B. Küchen- oder Haushaltssituationen
    • realitätsnahe Umgebung

    Übertragung therapeutischer Inhalte in den Alltag

    Übergangsräume und fließende Grenzen

    Zwischen Therapie, Alltag und Gemeinschaft werden bewusst Übergänge geschaffen:

    • halböffentliche Räume
    • offene Strukturen
    • flexible Nutzungszonen

    Funktion:

    • Reduktion von Schwellenängsten
    • Förderung von Selbstständigkeit
    • schrittweise Annäherung an neue Situationen

    Öffnung nach außen

    Die therapeutischen Räume sind nicht ausschließlich intern ausgerichtet:

    • Zugang für externe Klient:innen
    • klare, aber offene Struktur
    • Integration in den Sozialraum

    Aufbau eines regionalen Versorgungszentrums

    Gesamtwirkung des Raumkonzepts

    Das Raumkonzept erfüllt mehrere zentrale Funktionen:

    • Orientierung → klare Strukturen geben Sicherheit
    • Entwicklung → Räume ermöglichen Lernen und Wachstum
    • Integration → keine Trennung von Lebensbereichen
    • Teilhabe → Öffnung in den Sozialraum

    Räume werden damit zu einem aktiven Bestandteil der Unterstützung

    Gute Therapie braucht keine besonderen Orte. Sie braucht die richtigen Räume im richtigen Kontext.

     

    Pädagogisch-konzeptioneller Ansatz

    Die geplanten Wohnangebote basieren auf einem modernen, inklusiven Verständnis von Unterstützung, das sich grundlegend von traditionellen, institutionell geprägten Versorgungsmodellen unterscheidet. Im Mittelpunkt steht nicht die Organisation von Hilfe, sondern die Ermöglichung eines selbstbestimmten Lebens im Alltag.

    Menschen mit Behinderungen werden dabei nicht als passive Empfänger:innen von Leistungen verstanden, sondern als aktive Gestalter:innen ihres eigenen Lebens. Unterstützung orientiert sich konsequent an den individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten der einzelnen Person.

    Der pädagogische Ansatz folgt mehreren miteinander verbundenen Leitprinzipien:

    Personenzentrierung

    Die Unterstützung richtet sich konsequent an der einzelnen Person aus – nicht an bestehenden Strukturen oder standardisierten Abläufen. Lebensbiografien, Wünsche, Fähigkeiten und individuelle Ziele bilden die Grundlage aller Maßnahmen.

    Ziel ist es, individuelle Lebenswege zu ermöglichen, anstatt vorgegebene Strukturen anzupassen.

    Selbstbestimmung und Eigenverantwortung

    Ein zentrales Ziel ist die Stärkung von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Bewohner:innen werden darin unterstützt, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen – in einem Rahmen, der Sicherheit bietet, ohne zu bevormunden.

    Dies bedeutet auch, dass Fehler als Teil von Lernprozessen verstanden werden und Entwicklung aktiv zugelassen wird.

    Unterstützung heißt hier: ermöglichen statt kontrollieren

    Alltagsorientierung statt Institutionalisierung

    Die Unterstützung findet nicht losgelöst vom Alltag statt, sondern ist unmittelbar in diesen integriert. Alltagssituationen werden bewusst als Lern- und Entwicklungsräume genutzt.

    Kochen, Einkaufen, Haushaltsführung oder soziale Kontakte sind keine „zusätzlichen Angebote“, sondern zentrale Bestandteile pädagogischer Arbeit.

    Der Alltag wird zum wichtigsten Lernort.

    Beziehungsarbeit als zentrales Element

    Stabile, verlässliche Beziehungen zwischen Bewohner:innen und Fachkräften bilden die Grundlage jeder erfolgreichen Unterstützung. Entwicklung entsteht in Beziehung – nicht durch Maßnahmen allein.

    Fachkräfte übernehmen dabei eine begleitende Rolle:

    • Zugewandt, verlässlich, reflektiert

    Beziehung wird als zentrale Wirkdimension pädagogischer Arbeit verstanden.

    Umsetzung im Alltag

    Die beschriebenen Prinzipien werden konkret im täglichen Leben der Einrichtungen umgesetzt.

    Bewohner:innen werden aktiv einbezogen in:

    • Haushaltsführung
      (z. B. Kochen, Putzen, Organisation des Alltags)
    • Freizeitgestaltung
      (z. B. Auswahl von Aktivitäten, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben)
    • soziale Beziehungen
      (z. B. Kontakte im Haus und im Sozialraum)
    • persönliche Entscheidungen
      (z. B. Tagesstruktur, Lebensgestaltung, individuelle Ziele)

    Die Rolle der Fachkräfte besteht dabei nicht darin, Aufgaben zu übernehmen, sondern darin, zu unterstützen, zu strukturieren und Entwicklung zu ermöglichen.

    Reflexion und Weiterentwicklung

    Ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes ist die kontinuierliche Reflexion der pädagogischen Arbeit:

    • regelmäßige Teamsitzungen
    • Fallbesprechungen
    • Supervision
    • gemeinsame Zielüberprüfung
    • regelmäßige Konzeptweiterentwicklung

    Dadurch wird sichergestellt, dass die Unterstützung dynamisch bleibt und sich an veränderte Bedürfnisse der Menschen anpasst.

    Der pädagogisch-konzeptionelle Ansatz trägt wesentlich dazu bei:

    • Selbstständigkeit und Handlungskompetenz zu fördern
    • soziale Teilhabe zu ermöglichen
    • individuelle Entwicklung zu unterstützen
    • institutionelle Abhängigkeiten zu reduzieren
    • individuelle Hilfesysteme etablieren

    Gleichzeitig entsteht ein neues Verständnis von Unterstützung, das langfristig auf das gesamte Hilfesystem ausstrahlen kann.

    Einordnung im Gesamtkonzept

    Der pädagogische Ansatz ist kein einzelnes Element, sondern das inhaltliche Fundament. Er prägt Wohnen, Arbeit, Therapie und Ausbildung gleichermaßen
    und entscheidet maßgeblich über die Qualität der Umsetzung

    Gute Unterstützung organisiert nicht das Leben von Menschen. Sie ermöglicht ihnen, ihr eigenes Leben zu gestalten.

    Spezialisierter Fokus auf besondere Beeinträchtigungsformen

    Ein zentraler Innovationsbestandteil des Projekts ist der gezielte Aufbau spezialisierter therapeutischer und pädagogischer Fachbereiche, die im Kosovo bislang kaum oder nur sehr eingeschränkt vorhanden sind.

    Während bestehende Unterstützungsangebote häufig generalistisch ausgerichtet sind, fehlt es insbesondere an differenzierten Konzepten für Menschen mit komplexen Unterstützungsbedarfen. Diese Lücke führt dazu, dass viele Betroffene nicht adäquat begleitet werden können und Familien sowie Fachkräfte gleichermaßen an ihre Grenzen stoßen.

    Das Projekt setzt hier bewusst einen Schwerpunkt und entwickelt spezialisierte Angebote, die fachlich fundiert, alltagsnah und langfristig in bestehende Strukturen integrierbar sind.

    Ziel ist der Aufbau von hochqualifizierten, spezialisierten Unterstützungsangeboten, die:

    • differenzierte Bedarfe gezielt adressieren
    • Fachwissen systematisch im Land aufbauen
    • als Referenzmodell für weitere Einrichtungen dienen
    • die Qualität der gesamten Unterstützungsstruktur nachhaltig erhöhen

    Diese Bereiche sind nicht isoliert zu verstehen, sondern wirken als Impulsgeber für die Professionalisierung des Gesamtsystems.

    Fachbereich: Autismus-Spektrum-Störungen

    Menschen im Autismus-Spektrum benötigen häufig hochstrukturierte, verlässliche und individuell angepasste Unterstützungssettings. Das Projekt entwickelt daher strukturierte Förderansätze, die unter anderem folgende Elemente umfassen:

    • klare räumliche und zeitliche Strukturierung des Alltags
    • Einsatz visueller Unterstützungssysteme
    • Entwicklung individueller Kommunikationsstrategien
    • Förderung sozialer Interaktion in geschützten Settings

    Ein besonderer Fokus liegt auf der Vorhersehbarkeit und Verlässlichkeit von Abläufen, da diese zentrale Voraussetzungen für Stabilität und Entwicklung darstellen.

    Parallel dazu werden Fachkräfte gezielt in der Arbeit mit Menschen im Autismus-Spektrum qualifiziert, um langfristig ein spezialisiertes Kompetenzfeld aufzubauen.

    Fachbereich: FASD (Fetale Alkoholspektrumstörung)

    FASD ist ein kaum beachtetes, jedoch hoch relevantes Thema. Betroffene zeigen häufig komplexe Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten, die ohne spezifisches Fachwissen schwer einzuordnen sind. Das Projekt entwickelt deshalb spezifische Unterstützungsstrategien, die insbesondere berücksichtigen:

    • eingeschränkte Steuerungs- und Planungsfähigkeiten
    • erhöhte Impulsivität
    • Schwierigkeiten in der Alltagsorganisation

    Die Unterstützung orientiert sich dabei an einem strukturierenden und entlastenden Ansatz, der Anforderungen an die Person reduziert und gleichzeitig Orientierung schafft.

    Ein zentraler Bestandteil ist die Schulung von Fachkräften und Angehörigen, um ein grundlegendes Verständnis für dieses Störungsbild zu etablieren.

    Fachbereich: Herausforderndes Verhalten

    Der Umgang mit herausforderndem Verhalten stellt in vielen Kontexten eine der größten fachlichen Herausforderungen dar. Häufig fehlt es an geeigneten Konzepten, sodass Verhalten vorschnell als „Störung“ interpretiert und sanktioniert wird. Das Projekt verfolgt hier einen konsequent Verstehens orientierten Ansatz:

    • Verhalten wird als Ausdruck von Bedürfnissen verstanden
    • Analyse von Auslösern und Kontextbedingungen
    • Entwicklung präventiver Strategien
    • Einsatz deeskalierender Methoden

    Ziel ist es, Eskalationen frühzeitig zu vermeiden und alternative Handlungsstrategien aufzubauen.

    Dieser Ansatz trägt wesentlich dazu bei, sowohl die Lebensqualität der Betroffenen als auch die Handlungssicherheit der Fachkräfte zu verbessern.

    Fachbereich: Trauma- und belastungsbezogene Störungen

    Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und historischen Entwicklungen im Kosovo ist davon auszugehen, dass traumatische Erfahrungen und belastungsbezogene Störungen eine relevante Rolle spielen. Das Projekt sieht daher perspektivisch den Aufbau entsprechender Unterstützungsangebote vor, die:

    • sichere und stabilisierende Rahmenbedingungen schaffen
    • traumasensible Zugänge in der pädagogischen Arbeit verankern
    • Fachkräfte für den Umgang mit Belastungssituationen qualifizieren

    Dabei wird besonderer Wert auf einen behutsamen, kultursensiblen Zugang gelegt.

    Integration in den Alltag

    Ein zentrales Merkmal der Bereiche ist ihre konsequente Integration in den Alltag der Einrichtungen. Therapie und Pädagogik greifen ineinander. Unterstützung findet nicht isoliert, sondern im Lebenskontext statt. Es wird immer wieder über die Arbeit, der Erfolge und der Mißerfolge berichtet. Qualifizierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

    Dies ermöglicht:

    • höhere Wirksamkeit, bessere Übertragbarkeit, nachhaltigere Entwicklung

    Qualifizierung und Wissenstransfer

    Die spezialisierten Bereiche dienen gleichzeitig als Lernorte für Fachkräfte:

    • Aufbau spezifischer Expertise
    • Weitergabe von Wissen innerhalb des Teams
    • Entwicklung lokaler Multiplikator:innen

    Langfristiger Kompetenzaufbau im Land

    Strategische Bedeutung

    Die Entwicklung dieser spezialisierten Fachbereiche hat eine über das Projekt hinausgehende Wirkung:

    • Etablierung neuer fachlicher Standards
    • Positionierung als Kompetenzzentrum
    • Impulse für politische und strukturelle Weiterentwicklung

    Das Projekt wird damit zu einem fachlichen Referenzmodell.

    Spezialisierung schafft nicht Abgrenzung. Sie schafft die Voraussetzung für echte Teilhabe.

    Einbindung der Familien

    Die aktive Einbindung von Familien und Angehörigen stellt einen zentralen Bestandteil des Gesamtkonzepts dar. Die Familie hat traditionell eine tragende Rolle in der Versorgung und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen. Gleichzeitig führt diese Verantwortung häufig zu erheblichen Belastungen, insbesondere wenn professionelle Unterstützungsstrukturen fehlen oder nur eingeschränkt zugänglich sind.

    Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, Familien nicht zu ersetzen, sondern sie gezielt zu stärken, zu entlasten und als gleichberechtigte Partner in den Unterstützungsprozess einzubeziehen.

    Ziel ist die Entwicklung eines familienorientierten Unterstützungssystems, das:

    • die Kompetenzen von Angehörigen stärkt
    • Überforderungssituationen reduziert
    • die Lebensqualität aller Beteiligten verbessert
    • eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen professionellen Strukturen und familiären Netzwerken ermöglicht

    Familien werden dabei als zentrale Ressource verstanden – nicht als Randbedingung.

    Struktur der Zusammenarbeit

    Die Zusammenarbeit mit Familien erfolgt auf mehreren Ebenen und wird systematisch in die Gesamtstruktur integriert.

    1. Beratung und Begleitung

    Angehörige erhalten kontinuierliche Unterstützung durch:

    • individuelle Beratungsgespräche
    • Begleitung in herausfordernden Lebenssituationen
    • Unterstützung bei der Orientierung im Hilfesystem

    Diese Angebote schaffen Sicherheit und fördern das Vertrauen in die neuen Strukturen.

    Schulung und Qualifizierung

    Ein zentraler Baustein ist die Vermittlung von Wissen und Handlungskompetenz.

    Geplant sind:

    • themenspezifische Schulungen (z. B. Autismus, FASD, Verhalten)
    • praxisnahe Trainings für den Alltag
    • Gruppenangebote zum Austausch von Erfahrungen

    Stärkung der Handlungssicherheit im Alltag

    Gemeinsame Zielplanung

    Die Unterstützung der betroffenen Personen erfolgt in enger Abstimmung mit den Familien.

    Dies umfasst:

    • gemeinsame Entwicklung individueller Förderziele
    • regelmäßige Reflexion und Anpassung
    • transparente Entscheidungsprozesse

    Partizipation statt Fremdbestimmung

    Niedrigschwellige Zugänge

    Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung niedrigschwelliger Angebote:

    • offene Sprechzeiten
    • leicht zugängliche Beratungsformate
    • aufsuchende Angebote im häuslichen Umfeld

    Damit wird sichergestellt, dass auch Familien erreicht werden, die bislang keinen Zugang zu Unterstützungsangeboten hatten.

    Entlastungsangebote

    Ein wichtiger Bestandteil ist die gezielte Entlastung von Familien:

    • Kurzzeitangebote innerhalb der Wohneinrichtungen
    • flexible Unterstützungsformate
    • temporäre Übernahme von Betreuungssituationen

    Schaffung von Freiräumen für Angehörige

    Haltung und Zusammenarbeit

    Die Zusammenarbeit mit Familien basiert auf einer klaren Haltung:

    • Respekt gegenüber bestehenden Lebensrealitäten
    • Anerkennung der bisherigen Leistungen der Angehörigen
    • Zusammenarbeit auf Augenhöhe
    • Schaffung eines nationalen Zusammenhanges

    Familien werden nicht als „Adressaten von Hilfe“, sondern als aktive Mitgestalter:innen verstanden.

    Einordnung im Gesamtkonzept

    Die Einbindung der Familien ist kein zusätzlicher Baustein, sondern ein durchgängiges Prinzip, das alle Bereiche des Projekts verbindet.

    Sie bildet die Brücke zwischen:

    • professionellen Strukturen
    • und dem gesellschaftlichen Alltag

    Nachhaltige Unterstützung entsteht dort, wo Familien nicht ersetzt, sondern gestärkt werden.

    Partnerschaften und Struktur

    Der Aufbau nachhaltiger inklusiver Strukturen erfordert ein tragfähiges Netzwerk aus lokalen, nationalen und internationalen Partnern. Das Projekt versteht sich daher bewusst nicht als isolierte Initiative, sondern als kooperatives System, das unterschiedliche Kompetenzen bündelt und miteinander verbindet.

    Partnerschaften übernehmen dabei eine doppelte Funktion:
    Sie sichern einerseits die fachliche Qualität und gesellschaftliche Anschlussfähigkeit des Projekts und ermöglichen andererseits dessen langfristige strukturelle Verankerung.

    Ziel ist der Aufbau eines stabilen, multiprofessionellen und international anschlussfähigen Partnernetzwerks, das:

    • die Umsetzung des Projekts fachlich und organisatorisch unterstützt
    • lokale Strukturen stärkt und einbindet
    • internationale Expertise gezielt integriert
    • langfristig eigenständig tragfähig ist

    Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Systems, das auf Kooperation statt Abhängigkeit basiert.

    Zentrale Partnergruppen

    1. Lokale Organisationen

    Lokale Träger und Initiativen bilden das Fundament des Projekts. Sie verfügen über tiefgehende Kenntnisse der gesellschaftlichen, kulturellen und strukturellen Rahmenbedingungen im Kosovo.

    Dazu zählen insbesondere:

    • Organisationen aus dem Bereich Behindertenhilfe
    • Elterninitiativen und Selbstvertretungsstrukturen
    • lokale soziale Einrichtungen und Netzwerke

    Diese Partner übernehmen eine zentrale Rolle bei:

    • der Umsetzung vor Ort
    • der Anpassung des Konzepts an lokale Bedingungen
    • dem Aufbau nachhaltiger Strukturen

    Stärkung lokaler Verantwortung und Ownership

    1. Internationale Partner

    Internationale Akteure bringen fachliche Expertise, strukturelle Erfahrung und finanzielle Ressourcen in das Projekt ein.

    Hierzu gehören unter anderem:

    • Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit
    • internationale Förderprogramme
    • diplomatische Vertretungen

    Ihre Rolle liegt insbesondere in:

    • der Unterstützung beim Aufbau der Strukturen
    • der fachlichen Begleitung
    • der Förderung von Wissenstransfer

    Impulsgebung ohne langfristige Abhängigkeit

    1. Öffentliche Akteure und Kommunen

    Die Einbindung staatlicher Stellen ist entscheidend für die langfristige Verankerung des Projekts.

    Dazu zählen:

    • Ministerien (Soziales, Gesundheit, Bildung)
    • kommunale Verwaltungen
    • regionale Entscheidungsträger

    Diese Partner sind insbesondere relevant für:

    • politische Anschlussfähigkeit
    • strukturelle Integration
    • perspektivische Finanzierung

    Überführung in öffentliche Verantwortung

    Strukturelle Organisationsmodelle

    Für die Umsetzung der baulichen und organisatorischen Infrastruktur werden unterschiedliche Modelle geprüft, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile aufweisen.

    Modell A: Investmentgesellschaft (strategisch orientiertes Modell)

    In diesem Modell wird eine eigenständige Gesellschaft gegründet, die für die Planung, Finanzierung und Errichtung der Gebäude verantwortlich ist.

    Kernmerkmale:

    • Bau und Besitz der Immobilien durch die Gesellschaft
    • Vermietung an die betreibenden Trägerorganisationen
    • Beteiligung sozialer Akteure an der Gesellschaft

    Vorteile:

    • langfristige Sicherung der Infrastruktur
    • professionelle Steuerung von Investitionen
    • klare Trennung zwischen Betrieb und Immobilie

    Besonderheit:

    Soziale Träger und Partnerorganisationen erhalten Mitsprachemöglichkeiten innerhalb der Gesellschaft, wodurch sichergestellt wird, dass wirtschaftliche Entscheidungen im Einklang mit den sozialen Zielsetzungen stehen.

    Verbindung von sozialem Auftrag und wirtschaftlicher Stabilität

    Modell B: Anmietung (Einstiegs- und Übergangsmodell)

    Als Alternative kann in der Anfangsphase auf bestehende Immobilien zurückgegriffen werden.

    Kernmerkmale:

    • Anmietung geeigneter Gebäude oder Wohnungen
    • kurzfristige Nutzbarkeit
    • geringerer initialer Investitionsbedarf

    Vorteile:

    • schneller Projektstart
    • hohe Flexibilität
    • geringeres finanzielles Risiko in der Anfangsphase

    Herausforderungen:

    • begrenzte Anpassungsmöglichkeiten an spezifische Bedarfe
    • geringerer Einfluss auf bauliche Gestaltung
    • potenziell geringere langfristige Planungssicherheit

    Schnelle Umsetzung und Erprobung des Konzepts

    Netzwerklogik und Zusammenarbeit

    Die Zusammenarbeit zwischen den Partnern erfolgt auf Augenhöhe und basiert auf klar definierten Rollen:

    • lokale Partner → Umsetzung und Verankerung
    • internationale Partner → Unterstützung und Expertise
    • öffentliche Akteure → strukturelle Integration

    Dabei wird besonderer Wert gelegt auf:

    • Transparenz
    • klare Kommunikationsstrukturen
    • gemeinsame Zieldefinition
    • kontinuierliche Abstimmung

    Wirkung der Partnerschaftsstruktur

    Ein starkes Partnernetzwerk ermöglicht:

    • höhere fachliche Qualität
    • bessere Anpassung an lokale Bedingungen
    • größere politische Anschlussfähigkeit
    • langfristige Stabilität des Systems

    Darüber hinaus entsteht ein tragfähiges Kooperationsmodell, das auch auf andere Regionen übertragbar ist.

    Strategische Einordnung

    Die Partnerschaften sind kein ergänzendes Element, sondern ein zentraler Bestandteil des Projekts.

    Nachhaltige Strukturen entstehen nicht durch einzelne Akteure. Sie entstehen durch starke Partnerschaften.

    Organisations- und Finanzierungsmodell

    Die nachhaltige Finanzierung der therapeutischen Angebote stellt einen zentralen Erfolgsfaktor für die langfristige Wirksamkeit des Gesamtprojekts dar. Ziel ist es, von Beginn an eine Struktur aufzubauen, die sowohl den Aufbau innovativer Angebote ermöglicht als auch perspektivisch eine stabile und unabhängige Finanzierung sicherstellt.

    Das Organisations- und Finanzierungsmodell basiert daher bewusst auf einem mehrsäuligen Ansatz, der unterschiedliche Finanzierungsquellen kombiniert und schrittweise weiterentwickelt wird.

    Grundprinzipien der Finanzierung

    Die Finanzierung folgt mehreren strategischen Leitprinzipien:

    • Diversifizierung der Einnahmequellen
      → Reduzierung von Abhängigkeiten
    • Schrittweise Entwicklung
      → von projektbasierter Förderung hin zu struktureller Finanzierung
    • Kombination von sozialem Auftrag und wirtschaftlicher Tragfähigkeit
    • Einbettung in nationale Systeme (langfristig)

    Ziel ist ein Modell, das sowohl innovativ als auch langfristig stabil ist.

    Mehrsäuliges Finanzierungsmodell

    1. Internationale Förderprogramme (Aufbauphase)

    In der initialen Phase erfolgt die Finanzierung primär über internationale Fördermittel. Mögliche Quellen:

    • internationale Entwicklungszusammenarbeit
    • Programme der Europäischen Union
    • Stiftungen und Förderfonds

    Diese Mittel ermöglichen:

    • Aufbau der Infrastruktur
    • Entwicklung der Angebote
    • Qualifizierung von Fachkräften

    Anschubfinanzierung und Innovationsförderung

    1. Kooperationen mit öffentlichen Stellen

    Parallel zum Aufbau wird eine enge Zusammenarbeit mit staatlichen Akteuren angestrebt. Dies umfasst:

    • Beteiligung an Pilotprojekten
    • Co-Finanzierung einzelner Angebote
    • Einbindung in nationale Strategien

    Langfristig sollen Teile der Leistungen durch öffentliche Mittel refinanziert werden.

    Schrittweise Integration in staatliche Verantwortung

    1. Selbstzahlerleistungen

    Ein Teil des Angebote kann als Selbstzahlerleistung organisiert werden, insbesondere:

    • ambulante Therapieangebote
    • spezialisierte Leistungen
    • Beratungs- und Trainingsangebote

    Dabei wird darauf geachtet, dass:

    • soziale Zugänglichkeit gewährleistet bleibt
    • keine Ausschlüsse entstehen

    Ergänzende Einnahmequelle und Flexibilisierung

    1. Soziale Geschäftsfelder / Social Entrepreneurship

    Perspektivisch können einzelne Angebote in Form sozialer Geschäftsfelder weiterentwickelt werden.

    Mögliche Ansätze:

    • therapeutische Dienstleistungen
    • Schulungsangebote für Fachkräfte
    • Beratungsleistungen für Organisationen

    Diese Bereiche verbinden:

    • sozialen Mehrwert
    • wirtschaftliche Tragfähigkeit

    Langfristige Eigenständigkeit stärken

    1. Perspektivische Integration in staatliche Finanzierungssysteme

    Ein zentrales strategisches Ziel ist die langfristige Einbindung der Angebote in nationale Finanzierungsstrukturen.

    Dies kann umfassen:

    • Anerkennung als reguläre Sozial- oder Gesundheitsleistung
    • Refinanzierung über öffentliche Budgets
    • Integration in bestehende Versorgungssysteme

    Nachhaltige strukturelle Absicherung

    Organisationsstruktur

    Die therapeutischen Angebote können organisatorisch als teilautonome Einheiten innerhalb der Gesamtstruktur geführt werden.

    Mögliche Struktur:

    • zentrale Trägerorganisation
    • einzelne Leistungsbereiche mit eigener Budgetverantwortung
    • transparente Finanzsteuerung

    Diese Struktur ermöglicht:

    • klare Verantwortlichkeiten
    • flexible Weiterentwicklung
    • wirtschaftliche Steuerbarkeit

    Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Auftrag

    Ein zentraler Aspekt des Modells ist die bewusste Balance zwischen:

    • wirtschaftlicher Tragfähigkeit
    • sozialer Verantwortung

    Das Projekt verfolgt keinen marktwirtschaftlichen Ansatz, sondern versteht sich als soziale Infrastruktur, die sich im Gesamtkontext wirtschaftlich rechnen muss.

    Wirtschaftlichkeit dient der Stabilität – nicht der Gewinnmaximierung.

    Strategische Einordnung

    Das Finanzierungsmodell ist nicht nur ein unterstützendes Element, sondern ein integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts.

    Es entscheidet darüber, ob aus einer Idee eine dauerhafte Struktur wird

    Gute Projekte starten mit Förderung. Nachhaltige Projekte wachsen in Strukturen.

    Wirkung und Nachhaltigkeit

    Das Projekt erzielt eine mehrdimensionale Wirkung:

    • Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen
    • Entlastung von Familien
    • Aufbau eines neuen Berufsfeldes
    • wirtschaftliche Impulse durch neue Arbeitsplätze
    • langfristige Stärkung sozialer Strukturen

    Inklusion entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von Menschen, Strukturen und Haltung.


    Bretschneider&Stahmann hat sich in diesem Projekt stark auf die inhaltlichen Erfahrungen aus Bremen und auf die guten Kontakte im Kosovo durch Shpresa Peroli-Hulaj konzentriert. Wir haben mittlerweile ein erstes Konzept für eine Einrichtung konzipiert und viele Kontakte in den Kosovo geknüpft. Der nächste Schritt ist die Gründung eines Vereins und Akquise von ersten Geldern.



    Coaching

    Arbeit mit Vorständen, Geschäftsführern:innen sowie Entscheidungsträgern

    In meiner Arbeit als Vorstand des Martinsclub Bremen e.V. habe ich sehr davon profitiert, regelmäßig mit Menschen zu sprechen, die mich kennen und die mir gute Ratschläge zu den Themen geben, die mich gerade beschäftigen.

    Meistens beginnt ein Coaching mit einem speziellen Fall oder einem Problem. Da sind sehr unterschiedliche Dinge, wie eine drohende Insolvenz, Probleme mit Mitarbeiter:innen oder das Fehlen bestimmter Abläufe.

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    Beispiel 1: Eine neue Geschäftsleitung findet ihre gemeinsame Struktur

    Bei einem größeren Träger wurde eine neue Geschäftsleitung eingesetzt. Das Leitungsteam bestand aus Personen mit sehr unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, Erfahrungen und Zuständigkeiten.

    Zunächst ging es darum, Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Geschäftsleitung zu klären und verbindlich zu ordnen. Im Laufe dieses Prozesses wurde jedoch deutlich, dass es nicht allein um die Zusammenarbeit innerhalb der Geschäftsleitung ging. Ganze Aufgabenbereiche der Organisation wurden bislang gar nicht oder nur rudimentär wahrgenommen.

    Besonders deutlich zeigte sich dies bei der politischen und strategischen Interessenvertretung. Für einen Träger dieser Größe und Bedeutung war die politische Vernetzung und Präsenz nicht ausreichend entwickelt.

    Gemeinsam haben wir deshalb nicht nur die Zuständigkeiten innerhalb der Geschäftsleitung neu geordnet, sondern auch Lösungen entwickelt, wie diese bislang vernachlässigten Aufgaben dauerhaft und professionell wahrgenommen werden können.

    Aus einer zunächst internen Frage der Geschäftsleitung wurde damit ein Organisationsentwicklungsprozess, der den gesamten Träger vorangebracht hat.

    Beispiel 2: Vom akuten Krisenfall zur strukturellen Neuaufstellung

    In einem anderen Fall bestand der Verdacht auf einen sexuellen Übergriff im Zusammenhang mit einem Klienten. Für die Geschäftsführerin bedeutete dies zunächst eine erhebliche persönliche und organisatorische Belastung.

    Im ersten Schritt ging es deshalb um Stabilisierung und unmittelbare Handlungsfähigkeit: Die erforderliche juristische Unterstützung wurde organisiert, Verantwortlichkeiten wurden geklärt und die Kommunikation mit den Eltern und weiteren Beteiligten wurde strukturiert.

    Nachdem die akute Situation bewältigt war, haben wir gemeinsam einen Notfall- und Handlungsplan für vergleichbare Krisensituationen entwickelt. Ziel war es, künftig klare Abläufe, Zuständigkeiten und Kommunikationswege zu haben.

    Während dieser Arbeit wurde jedoch ein wesentlich grundsätzlicheres Problem sichtbar: Der Verein verfügte kaum noch über eine aktive Mitgliederbasis und war dadurch langfristig in seiner Existenz und Handlungsfähigkeit gefährdet.

    Deshalb wurde aus der Krisenberatung eine weitergehende Organisationsentwicklung. Die Satzung wurde angepasst und es wurde eine Strategie entwickelt, neue Mitglieder zu gewinnen, die Verantwortung übernehmen und sich aktiv in die Vereinsarbeit einbringen.

    Beide Fälle lassen sich unter einen gemeinsamen Gedanken stellen: Der Anlass ist nicht immer das eigentliche Problem. Gute Beratung muss zunächst das akute Thema lösen – und gleichzeitig genau hinschauen, welche strukturellen Schwächen dadurch sichtbar werden.


    Bretschneider&Stahmann haben viel Erfahung mit der Steuerung und Veränderung von Organsationen. Dieses Wissen geben wir gerne weiter in der Gewissheit, dass dadurch eine Organisation oder ein Verein besser wird und große Vorteile für die Klienten und Mitarbeiter:innen entstehen können.